Die Tribute von Panem - Feminist Reading #6

Schönheitsdiskurs

Ich glaube es sind Elemente wie diese, die so eklig nahe an der Realität sind, wenn auch satirisch verzerrt, die die Tribute von Panem als Diegese so wunderbar funktionieren lassen. Passend zum Thema der Inszenierung und Mediengesellschaft wird sobald das Kapitol ins Spiel kommt ein großer Fokus auf Kleidung und Make-Up und Körper gelegt.

Katniss selbst hat dabei keine Ansprüche an sich selbst oder andere Leute. Tatsächlich ist sie an einer Stelle froh, dass ihre Beinbehaarung wieder nachgewachsen ist. (Memo an mich selbst: Nachprüfen, ob Jennifer Lawrence in den Filmen auch nur für den Bruchteil einer Sekunde Eigenpelz trägt.) Nicht nur beschäftigt sie sich nicht selbst mit ihrem Aussehen: Sie beschäftigt sich auch nicht mit dem anderer Leute, es sei denn, sie stechen durch Schönheit heraus.

Das ist bei Gale, Katniss' Mutter, Finnick und Johanna der Fall. Dabei sagt sie über Finnick noch, dass er zwar ein unglaublich schöner Mensch sei, dass sie sich aber nicht von ihm angezogen fühlt. Ich weiß nicht ganz genau, was ich von Finnicks Schönling-Status halten soll. Einerseits finde ich es gut, dass er klassisch schön und trotzdem einer der Guten ist (später mehr), andererseits wird er als schöner Mann hervorgehoben, obwohl einige der weiblichen Tribute (z.B. Glimmer in Band 1) als konventionell attraktiv geschildert und trotzdem nicht im selben Maße hervorgehoben werden, nicht mal im Sinne von "oh, die bekommt sicher viele Sponsoren".

Alles in Allem scheinen die Bücher bisher das Prinzip der "natürlichen" Schönheit zu propagieren: Dass Menschen ohne Make-Up und besondere Kleidung schön sind. Die Obsession mit Körperschmuck und Aussehen im Allgemeinen, die im Kapitol herrscht, wird als albern und abstoßend gezeichnet.

Dies ergibt ein Problem in der männlich-weiblich-Kodierung des Menschenbilds in den Büchern, auf das ich aber erst eingehen möchte, wenn ich den dritten Teil auch angeschaut habe, bis dahin könnt ihr zur Einstimmung auf das Thema Movie Bobs Video "Pink is not the Problem" im Escapist Magazine anschauen, der sogar ein paar Takte über Hunger Games verliert.

Als Zusammenfassung bis hierher möchte ich zu dem Thema sagen, dass ich es wichtig finde, dass Mädchen Vorbilder bekommen, die sich nicht die Beine rasieren und nicht Unmengen von Make-up tragen. Obwohl die generelle Kodierung problematisch ist, so muss die sozial eingebläute Gleichung "Kein Make-Up = Social Outcast" für viele Jugendliche erstmal durchbrochen werden.

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