Transmedia Game Culture -- Sitzung 1

Es hat begonnen! Ich gebe mit Zen-Master und Transmedia-Göttin Kim Hebben zusammen ein studentisches Seminar an der Universität! Der Titel dieses Seminars lautet Transmedia Game Culture und ist eine Zusammenführung unserer beider Spezialgebiete -- Fernsehwissenschaften im Lichte von Medienkonvergenz und Game Studies und Identitätskonstruktion.

Kim und ich kennen uns original seit dem Einführungstutorium der Germanistik, also quasi seit ich das erste mal ernsthaft einen Fuß in die Universität gesetzt habe. Wir haben festgestellt, dass wir dieselbe Fächerkombination studieren (Medienwissenschaft und Germanistik war in unserem Jahrgang sehr oft vertreten. Heute? Not so much.) und irgendwie habe ich sie nicht wie so viele andere aus den Augen verloren. Wir haben unsere Bachelorarbeiten zusammen geschrieben und schreiben uns formelle E-Mails, in denen wir uns mit akademischen Titeln ansprechen, die wir (noch) nicht haben. Und jetzt geben wir ein Seminar zusammen, nachdem mich meine Masterarbeits-Betreuerin gefragt hat, ob ich nicht Lust dazu hätte. Alleine hätte ich mich nicht getraut. Aber mit Kim an meiner Seite? Definitiv!

Und gestern war die erste Sitzung! Also hier eine kurze Zusammenfassung, womit wir uns dieses Semester beschäftigen werden:

Die Idee des Seminars ist einerseits, sowohl Spiele als auch transmediale Ausläufer von Fernsehserien in Verknüpfung miteinander zu betrachten. Dabei sollen zwei Felder zusammengedacht werden, die offenkundige Überlappungen haben, aber zumindest in meiner Zeit an der Uni an unserem Institut selten theoretisch verbunden werden.

Was Kim und mich in unseren akademischen Denkweisen etwas eint, ist, dass wir beide dazu neigen, die sauber getrennten Gegenstandsfeldern, von der sich die Wissenschaft gerne einredet, dass es sie gibt, zu sprengen und produktiv zu vermischen. (Anthropologische Spieltheorien mit einer politisch-soziologischen Kritik des kybernetischen Kapitalismus zusammenzudenken ist auch an unserem Institut keine Standardware.) Wenn man uns beide in einen Raum steckt, kann also eigentlich nur dieses Seminar dabei rauskommen.

Wir werden mit unseren etwas mehr als 20 (genaue Anzahl dank Bahnstreik unbekannt) Studierenden dieses Semester über Grundlagen von Game Studies und Transmedia, aber auch über Fanpraktiken wie Mods, Memes und Fanfiction sprechen und im Hinterkopf dabei stets die Frage nach unserer Definition von Spiel und dem Transmedialen als Spiel behalten. 

Letztendlich soll es darum gehen, zu verstehen, wie Medien uns konstruieren und wie wir im Gegenzug durch unsere Praktiken die Medien konstruieren. Ist jemand, der mit transmedialen Angeboten interagiert ein/e Spieler/in? Sind digitale Spiele inhärent transmedial, weil sie cineastische Formen remediatisieren?

Wahrscheinlich werden wir keine guten Antworten finden, aber vielleicht -- so meine Hoffnung -- auf ein paar verdammt interessante Fragen stoßen.

Neuen Kommentar schreiben

To prevent automated spam submissions leave this field empty.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage testet, ob du ein Mensch bist oder nicht.
N
b
G
Y
Y
t
Enter the code without spaces.