Dishonored

Deutsch

Der unsichtbare Körper -- Stealth in der Egoperspektive

Ich habe in der letzten Woche Dishonored durchgespielt. Dafür musste ich über meinen Schatten springen, denn ich hasse Egoperspektive. Sie macht mich desorientiert im besten und panisch im schlechtesten Fall. Ja, ich spiele sogar Skyrim in der Dritten Person. Und: Ich spiele Skyrim als Stealth. Vielleicht liegt das daran, dass Skyrims Kampfsystem so mittel spannend ist, Stealth die Schwierigkeit boosted, die Geschwindigkeit aus dem Spiel nimmt oder auch einfach nur zu den Charakteren passt, die ich gerne spiele. Aber Dishonored zwingt mich in die Egoperspektive -- und lenkt damit die Aufmerksamkeit auf das, was im Spiel sowohl ausschlaggebend als auch unsichtbar ist: Den Körper meines Avatars.

(Disclaimer: Leider habe ich bisher noch keines der Thief-Spiele gespielt, aber irgendwann, wenn ich genug Muße habe, schau ich mir die auch mal an.)

Stealth ist die denkbar unwahrscheinlichste Antwort auf Gewalt, die Videospiele anbieten können. Natürlich: Das strategische, langsame Vorgehen sind ein angenehmer Gegenpol zu hektischer Action und das Sich-Aus-der-Sichtlinie bewegen ist die Antithese zum Zielen und Schießen. Insofern finde ich darin mehr Freude als in Shootern, die ich, weiß Gott warum, nicht ausstehen kann. Unwahrscheinlich ist Stealth als Videospielmechanik darum, weil es eine extrem auf Körperlichkeit abzielende Erfahrung ist. Eine Körperlichkeit, die Videospiele nur schwer wenn überhaupt darstellen können.