Identität

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Medien als Heimat

Ein komischer Zeitpunkt, um nach mehr als einem Jahr meine Masterarbeit online zu stellen. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht ist meine Masterarbeit ein klein wenig mehr als nur eine akademische Fingerübung: In ihr habe ich einen Begriff, der gerne von Rechtskonservativen als Kampfbegriff genutzt wird, dekonstruiert und neu gedacht.

Wer sich gegen den scheußlichen Rechtsruck auflehnen will, der sich in der westlichen Welt gerade vollzieht, der oder die oder das muss Boden zurückerobern. Linksprogressive tun sich leicht mit dem Loslassen: Schließlich ist das ständige Hinterfragen und Überarbeiten des Status Quo ein grundlegender Bestandteil unseres Mindsets. Wer Strukturen niederreißt und keine neuen neuen baut, riskiert, dass sich etwas Unerwünschtes auf dem Brachland niederlässt.

Wir brauchen wieder zugängliche Identitäten, die durch die Veränderungen, die wir uns wünschen, nicht bedroht werden. Aber um zu bauen muss man bleiben.

Ich habe nichts korrigiert, ich habe keine Kritikpunkte geglättet. Das hier ist die Arbeit, wie ich sie abgegeben habe.

PDF-Download: Medien als Heimat.

Theorietagebuch #2: Körper als Kontingenzschwelle

"Identität", so Gernot Böhme in Anlehnung an Platon, "ist eigentlich nur für einen Gott gemacht, menschliches Dasein ist charakterisiert durch Nichtidentität."¹ Er spielt damit auf die alte Erkenntnis an, dass die Identität einer Person ständig in der Entwicklung ist, dass Identität im Sinne von "derselbe sein" eigentlich keinen Platz in menschlichem Leben hat. In der Antike wie in der Moderne ist das Konzept, zu bleiben, wer man ist, irgendwie befremdlich. In der Moderne bzw. Postmoderne sogar noch ein kleines bisschen mehr. Denn die Kategorien, über die wir traditionell unsere Identität abgefragt haben (Geschlecht, Beruf, Heimat …) verlieren mehr und mehr an Bedeutung. Aber hebt Platon noch den Körper als offensichtlich Wandelbares (vom Kind zum Greis) hervor, finden wir bei Foucault ein gänzlich anderes Sentiment:

Theorietagebuch #1: Identität und Wertschätzung

Im Zuge meiner Masterarbeit habe ich drei große Diskurse, die ich mir aneignen möchte, nämlich die über Raum, Identität und Fandom. Fandom ist noch relativ gegenständlich und eingängig, die anderen beiden sind große abstrakte Themen der Soziologie und Philosophie. Denn Raum ist keinesfalls als territorial begrenzte Einheit des physikalischen Raums zu verstehen. Als was dann? Das hoffe ich, mit der Zeit ausdrücken zu können.

Wohin diese Theorieblöcke führen sollen, sage ich noch nicht. :3

Im Theorietagebuch will ich nicht meine eigenen Gedankengänge festhalten, die Eingang in die Arbeit finden, sondern wunderbare Zitate und solche Überlegungen teilen, die gezwungenermaßen bei der Beschäftigung mit so einem Themenkomplex aufkommen, aber irrelevant oder untauglich für die Arbeit sind. Ansonsten käme ich eventuell in die Verlegenheit, mich selbst zu plagiieren und das will ja keiner. Falls die Arbeit gut genug bewertet wird, könnt ihr ohnehin davon ausgehen, dass ich sie hier nach Fertigstellung in Gänze teile.

Mein erstes Zitat stammt von Annette Barkhaus.