Kultur

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Theorietagebuch #4: Natur

Spricht man von Raum spricht man automatisch über Grenzen, denn diese geben ihm erst seine Form. Man spricht auch über Dichotomien wie Zentrum und Peripherie, Ost und West, Norden und Süden, Stadt und Land oder noch besser: Kultur (Zivilisation) und Natur. Am Samstag war ich im Ruhrtal wandern, es war warm, sonnig, der Wald war frühlingsgrün und die Vögel haben gesungen. Mit anderen Worten: Die Natur war kitschig ohne Ende. Was mich in meiner Theoriesättigung auf die Frage gebracht hat: Wie haben Menschen die "Natur" früher wahrgenommen?

Meine Hobbys: Chilis, Schnittlauch und kulturelle Aneignung?

Lasst es hiermit offiziell sein: Wenn ich auf Twitter schreibe "Ich gehe zum Sport" oder "tanzen", dann meine ich damit Bauchtanz. Ich tanze bauch. Oder bauchtanze. Oder wie auch immer. Angefangen habe ich eigentlich aus Gründen von Orthopädie ("Sie müssen dringend was für Ihren Rücken machen. Ich empfehle Kampfsport oder Tanzen." Ich hab mir die Handgelenke beim Kampfsport als Jugendliche zerstört, also Tanzen) und einer Jugend in der Gothic Szene (vgl. Tribal Fusion). In meiner Nähe war eine Bauchtanzschule, perfekt.

Was mich am Anfang jedoch massiv gestört hat, war der eklatante Mangel an arabischstämmigen Menschen in meinem Kurs. Weder meine Lehrerinnen noch die Mittanzenden hatten offenkundige Verbindungen zur arabischen Kultur, aus der diese Tanzform stammt. Und in meinem Intersectional Feminist Avenger Hirn formte sich Widerstand: Ist, was wir hier tun, okay? Ist das hier kulturelle Aneignung (cultural appropriation)? Bin ich respektlos gegenüber einer ganzen Kultur?

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