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Technikutopien -- Technikdeterminismus die 2.

Wenn es nicht gerade auf Twitter ist und in 140 Zeichen passen muss, versuche ich ja immer, differenziert zu sein. Und tatsächlich hat sich ein Anlass ergeben, mal die Gegenseite zu meinem Post über Technikdeterminismus und -pessimismus zu schreiben. Es geht um den Artikel mit dem sprechenden Titel Da hilft auch das Internet nicht, von Martin Klingst auf zeit.de veröffentlicht. Allein der Anreißertext warf schon mit so merkwürdigen Formulierungen um sich, dass ich den Artikel gelesen habe, obwohl ich schon befürchtet habe, dass ich mich hinterher nur darüber aufrege.

Macht das Netz die Menschen offener und toleranter? Nicht unbedingt, zeigt jetzt eine Studie der Weltbank. Und auch die Täter von Köln hatten schließlich Smartphones.

Satz für Satz:

Macht das Netz die Menschen offener und toleranter?
Nein. Man spricht ja nicht umsonst von Filterblasen. Das ist aber schon länger und vor allem doch auch aus dem eigenen Alltag bekannt.

Nicht unbedingt, zeigt jetzt eine Studie der Weltbank.
Zeigt jetzt, jetzt! Vgl. oben.

Und auch die Täter von Köln hatten schließlich Smartphones.
An der Stelle war es bei mir vorbei. Die schiere Zusammenhangslosigkeit zwischen dem zweiten und dem dritten Satz ist erstaunlich.

Digital Detox und Technikdeterminismus

Können wir kurz über Bildschirm-Bashing sprechen? Glotz nicht so viel, du bekommst noch viereckige Augen. Ihr kennt das. Bildschirm-Bashing ist der große Bruder von Algorithmophobie (Die Algorithmen, sie bestimmen unser ganzes Leben!!), Papierromantik (Bücher! Bücher bringen einem Denken bei!) und Face-to-Face-Fetisch (Warum redet ihr nicht einfach miteinander?). Sie alle gehören zu der Familie des Technikdeterminismus, die Vorstellung, dass die Technik diktiert, wie sie genutzt wird und wie sich unsere Gesellschaft in diesem Licht entwickelt. Die Idee ist nicht ganz abwegig. The medium is the message und so. Natürlich bedingt eine Technik, was mit ihr getan werden kann, aber darum noch lange nicht, was mit ihr getan werden muss.

Hansen

Ich werde einmal eine Geschichte schreiben, in der der Antagonist den Namen Mark Hansen trägt. Da bin ich mir relativ sicher. Meine anfängliche Euphorie über meine mündliche Prüfung und der damit einhergehenden Beschäftigung mit Themen, die mich interessieren, kam zu einem abrupten Halt, als ich versuchen musste, Hansen zu verstehen.