Raum

Deutsch

Medien als Heimat

Ein komischer Zeitpunkt, um nach mehr als einem Jahr meine Masterarbeit online zu stellen. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht ist meine Masterarbeit ein klein wenig mehr als nur eine akademische Fingerübung: In ihr habe ich einen Begriff, der gerne von Rechtskonservativen als Kampfbegriff genutzt wird, dekonstruiert und neu gedacht.

Wer sich gegen den scheußlichen Rechtsruck auflehnen will, der sich in der westlichen Welt gerade vollzieht, der oder die oder das muss Boden zurückerobern. Linksprogressive tun sich leicht mit dem Loslassen: Schließlich ist das ständige Hinterfragen und Überarbeiten des Status Quo ein grundlegender Bestandteil unseres Mindsets. Wer Strukturen niederreißt und keine neuen neuen baut, riskiert, dass sich etwas Unerwünschtes auf dem Brachland niederlässt.

Wir brauchen wieder zugängliche Identitäten, die durch die Veränderungen, die wir uns wünschen, nicht bedroht werden. Aber um zu bauen muss man bleiben.

Ich habe nichts korrigiert, ich habe keine Kritikpunkte geglättet. Das hier ist die Arbeit, wie ich sie abgegeben habe.

PDF-Download: Medien als Heimat.

Über Orientierung

Heute Morgen wurde ich von @pintawohl auf diesen Text in der NZZ aufmerksam gemacht. Kernthese: Mit dem Smartphone lässt sich nicht flanieren. Die neuen Orientierungsmöglichkeiten durch Google Maps lässt sich die Stadt nicht mehr erkunden, man ist nur noch zielstrebig unterwegs. Der Flaneur wird zum Voyeur. Wie der Zufall es so will fällt das genau in meine Beschäftigung mit Raum im Rahmen meiner Masterarbeit.

Theorietagebuch #3: Raum produzieren, nutzen, sein

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Raum im Vergleich zur Zeit -- genauer gesagt zur Geschichte -- eine zu vernachlässigende Größe im sozialkritischen Diskurs. Henri Lefebvre und nach ihm eine ganze Riege von Theoretikern haben ihn als Analysekategorie wieder in den Mittelpunkt gerückt. Lefebvres Production de l'espace (engl.: The Production of Space) kritisiert diese "Raumvergessenheit" scharf. Er sieht im Raum sowohl Produktionsmittel als auch Produkt von Arbeit und Machtverhältnissen im marxistischen Sinn.