Storytelling

Nicht definiert

Lange Texte

Man ist sich einig: die Literatur ist dem Untergang geweiht. Die Aufmerksamkeitsspannen reichen kaum mehr für einen langen Blogartikel, geschweige denn ein ganzes Buch. Die Digitalisierung hat unser Leben zu hektisch für lange Wälzer gemacht, die digitale Literatur feiert ein Comeback der Kurzgeschichte. Haben lange Texte keinen Platz mehr in der heutigen Zeit? Ist es überhaupt noch sinnvoll, lange Texte zu schreiben?

"Gut"

Ich hatte gestern vollkommen überraschend und unbeabsichtigt eine kleine Kontroverse mit Lotso, die ich irgendwann abgewürgt habe, die mich aber ein bisschen zum Nachdenken über die wahrgenommene Qualität von Medien angeregt hat. Ganz unabhängig vom persönlichen Geschmack, den man nicht wirklich hinterfragen und als Kriterium heranziehen kann: Wann nimmt man ein Buch/Film/Videospiel, kurz eine Geschichte als "gut" wahr? Zur Illustration meiner Gedanken werde ich bewusst drei Texte nehmen, die ich nicht "gut" finde: Effie Briest, Avatar -- Aufbruch nach Pandora und The Witcher 2.

Schreiben als P2P-Prozess?

Kennt ihr Owesys? Nein.
Wahrscheinlich nicht.
Ich weiß das, weil wir da gerade zu dritt sind und ihr mit einer hoher Wahrscheinlichkeit nicht einer von den zwei anderen seid. Woher ich das weiß? Statistik, Schätzchen. Oder so was ähnliches. Ach, lass mich, das Projekt könnte jedenfalls Unterstützung gebrauchen.
Owesys ist ein Pilotprojekt, das eine Diegese¹ bauen will, auf die dann jeder zurückgreifenkann, um in ihr Geschichten anzusiedeln. Klingt verrückt? Vielleicht. Aber es lässt mich auf jeden Fall die Frage aufwerfen: Ist Schreiben in einem Peer-to-Peer-Modell möglich? Dass das gängige System so seine Schwächen hat, ist ja inzwischen bekannt.

Kontext ist König

oder: Was Videospiele mir über Storytelling beigebracht haben.

Action. [ˈɛkʃn̩]
Action ist alles.
Exposition? Braucht mehr Action.
Dialog? Braucht mehr Action!
Action, Action, Action!
Action ist der heilige Gral der Unterhaltungsliteratur. Action ist auch aber nur ein schönes Wort für „Dinge passieren“. Und wir alle kennen Dinge. Die sind nicht notwendigerweise spannend. Darum können Handlungen nicht alles sein. Das Zauberwort heißt Kontext.

Syuzhet & Fabula

Ah, Fachwörter. Ihr wunderbar eindeutig definierten und doch vollkommen unzugänglichen Wunderdinge. Insbesondere, wenn ihr zur Abwechslung mal nicht aus einer romanischen Sprache oder Englisch kommt. Aber keine Angst. Was hier folgt, ist kein kleines Einmaleins in russischem Formalismus.

Nein, es ist vielmehr eine kleine Ermahnung an jeden, der sich als Geschichtenweber versteht. Die Planarbeit, also der Teil der Arbeit, der nicht das spaßige Drauflosschreiben ist: Es gibt mehr davon, als man denkt.